Was ist Akupressur und wie wirkt sie?
- Jessica Tunis Mannen
- vor 1 Stunde
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Akupressur ist eine manuelle Methode, bei der bestimmte Punkte auf der Haut gezielt stimuliert werden. Diese Punkte stehen in enger Verbindung mit Nervenbahnen, Muskelfasern, Gefäßstrukturen und den energetischen Leitlinien des Körpers, den sogenannten Meridianen.
Durch gleichmäßigen Druck erhält das Gewebe einen Impuls, der die körpereigene Regulation unterstützt. Ziel ist dem Organismus ein Signal zu geben, wieder in sein natürliches Gleichgewicht zurückzufinden.
Im Unterschied zur Akupunktur werden keine Nadeln eingesetzt. Die Stimulation erfolgt ausschließlich über Finger, Daumen oder Handflächen. Dadurch ist die Methode leicht zugänglich und kann nach entsprechender Anleitung sicher selbst angewendet werden.
Ganzheitlicher Ansatz statt isolierter Symptombehandlung
In der Akupressur wird der Körper nicht in Einzelteile unterteilt. Beschwerden gelten nicht als isolierte Ereignisse, sondern als Ausdruck eines Ungleichgewichts im Gesamtsystem.
Anstatt nur dort zu arbeiten, wo sich ein Symptom zeigt, wird das Zusammenspiel von Muskeln, Nerven, Durchblutung und Energiefluss berücksichtigt. Ziel ist es, Spannungs- und Belastungsmuster frühzeitig wahrzunehmen und regulierend zu begleiten.
Regelmäßig angewendet kann Akupressur:
muskuläre Spannung reduzieren
das Nervensystem beruhigen
die Durchblutung fördern
die Körperwahrnehmung verbessern
Stressreaktionen abschwächen
die Verdauung zu unterstützen
Schlaf zu verbessern und vieles mehr....
In Verbindung mit bewusster Atmung und sanfter Bewegung entsteht so ein Zustand von Stabilität und innerer Ruhe.
Physiologische und energetische Wirkmechanismen

Bestimmte Hautareale reagieren besonders sensibel auf bioelektrische Signale. Messungen zeigen, dass viele klassische Akupressurpunkte eine veränderte elektrische Leitfähigkeit im Vergleich zum umliegenden Gewebe aufweisen.
Wird ein solcher Punkt stimuliert, entstehen mehrere Reaktionen gleichzeitig:
Nervale Regulation: Druckreize können die Weiterleitung von Schmerzimpulsen modulieren. Dadurch werden unangenehme Empfindungen abgeschwächt.
Endorphin-Ausschüttung: Der Körper setzt körpereigene Botenstoffe frei, die entspannend und schmerzlindernd wirken.
Verbesserte Mikrozirkulation: Die lokale Durchblutung wird angeregt. Sauerstoff und Nährstoffe erreichen das Gewebe effektiver, Stoffwechselrückstände werden leichter abtransportiert.
Muskuläre Entspannung: Verkürzte oder verhärtete Muskelfasern beginnen sich zu lösen, wodurch sich Beweglichkeit und Atmung oft spürbar verbessern.
In der traditionellen asiatischen Medizin werden diese Punkte als Teil eines energetischen Netzwerks verstanden, durch das Qi oder Ki fließt. Kommt es zu Blockaden oder Stagnationen, können sich Beschwerden entwickeln. Die Stimulation ausgewählter Punkte soll den Energiefluss harmonisieren und Anpassungsfähigkeit fördern.
Spannung, Stress und Regulation
Anhaltender Stress beeinflusst nicht nur das Nervensystem, sondern auch Muskeln, Durchblutung und Immunsystem. Dauerhafte Kontraktionen können durch Stoffwechselrückstände verstärkt werden und die Beweglichkeit einschränken.
Gezielte Druckreize helfen dem Gewebe, schrittweise nachzugeben. Dadurch verbessert sich die Versorgung des Bereichs, und die innere Regulation wird unterstützt.
Wenn Blutfluss, nervale Steuerung und energetische Balance zusammenarbeiten, entsteht häufig ein Gefühl von Stabilität und Klarheit.
Prävention und Begleitung
Akupressur eignet sich sowohl zur begleitenden Unterstützung bei bestehenden Beschwerden als auch zur vorbeugenden Anwendung. Sie stärkt die Selbstregulation des Körpers und kann langfristig zu mehr Ausgeglichenheit, Vitalität und Widerstandskraft beitragen.
Ätherische Öle und Akupressurpunkte

Akupressur arbeitet über gezielten Druck auf Regulationspunkte des Körpers. Ätherische Öle wirken über Hautkontakt und Geruchssinn direkt auf Nervensystem und Gehirn.
Wer beides kombiniert, spricht mehrere Ebenen gleichzeitig an.
Wird ein verdünntes ätherisches Öl auf einen Akupressurpunkt aufgetragen und anschließend sanft einmassiert, treffen mechanischer Reiz und aromatische Information zusammen. Der Druck stimuliert Nerven- und Gewebestrukturen, während Duftmoleküle über das limbische System emotionale und vegetative Prozesse beeinflussen.
Dadurch entsteht eine doppelte Ansprache:– lokal über Berührung– zentral über den Geruchssinn
Gerade bei stressbedingten Beschwerden oder vegetativer Unruhe kann diese Verbindung besonders wirkungsvoll sein. Während der Punkt körperliche Spannungsmuster reguliert, unterstützt das Öl das Nervensystem auf emotionaler Ebene.
Die Anwendung bleibt dabei einfach: Ein geeigneter, verdünnter Tropfen auf den Punkt, sanfter Druck, ruhige Atmung. Mehr braucht es oft nicht.
So entsteht eine Methode, die weder invasiv noch technisch ist, sondern über bewusste Berührung und gezielte Aromareize die Selbstregulation des Körpers unterstützt – klar, direkt und alltagstauglich.
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